Telematic Apparatus

Exhibited at Dreizehngrad Festival (August 2018), coming to the city of Bremen (Spring 2019). In German language, for now.

Der telematische Apparat bietet sich im Stile obsoleter und weitgehend abgeschaffter öffentlicher Fernsprecher an und bildet ein geschlossenes Netzwerk an miteinander verbundenen Telefonen, dass auf den gegenwärtigen technologischen Infrastrukturen aufbaut – und selbst wieder Infrastruktur ist. Abseits der „Mobilität“, „Privatheit“ und „Individualisierung“ mit Mobiltelefonen zeitigen sich in ihr telematische Brücken zwischen Orten der Stadt, in denen ein zeitlicher sozio-akustischer Konnex entsteht.

Das Projekt ist bewusst oppositionell zu populären Kommunikationstechnologien wie Mobilfunk, dem es an Raumdimension mangelt, und Kurznachrichten, denen es zusätzlich an Zeit / Kontinuität mangelt, aufgestellt. Es geht dabei konzeptuell nicht darum ein alte Kommunikationsmethode nostalgisch wieder aufleben zu lassen, sondern im konkreten räumlichen und städtischen Bezug eine Telekommunikation erst zu ermöglichen. Gleichzeitig findet in der (trotzdem) technologisch-vermittelten Interaktion selbst eine Reflexion zur gegenwärtigen Hyperverbundenheit statt.

Die Installation tritt vorrangig als Medium in Erscheinung, wobei das Interesse eigentlich dem sozialen Ereignis gewidmet ist. Alle Bremer_innen sind eingeladen die Installation zu gebrauchen und sie erst dadurch zu einem sozialen Apparat werden zu lassen. Sie genießen als Teilnehmende den Schutz der Unsichtbarkeit, je nach eigenem Ermessen auch den der Anonymität. Die Interaktion ist dabei essenzieller Weise freiwillig, kostenlos und öffentlich.

Der erste Telematische Apparat wurde auf dem Dreizehngrad Festival (31-08 – 02-09-2018, Bremen-Blumenthal) mit Leonard Puhl installiert und ausgestellt. Eine Weiterentwicklung für das Bremer Stadtgebiet ist in Arbeit und soll im Frühling 2019 fertiggestellt werden.

Realisiert mit wesentlicher Unterstützung von Antonia Hachmann, Dustin Shermann, Armin Wischkony und dem Dreizehngrad Festival. Fotos von Lars Kämpf.